LENA MIT BÜVI

NAME: Lena von Felten mit ihrer Shagyaaraber-Stute Shagya Büvös (Büvi)

BERUF: Schülerin

WOHNORT: Blankenburg/Schweiz

MOTTO: "Du musst dein Pferd verstehen, bevor du frei sein kannst."

Wie hat die Geschichte von Dir und Büvi angefangen?

​Lena: "Büvi's Vergangenheit beginnt in Ungarn, wo sie in einem grossen Rennstall aufgewachsen und im Rennsport gegangen ist. Da der Stall leider pleite gegangen ist, wurden alle Pferde verkauft. Meine Tante, die einen Rennstall in Frankreich führt, hat Büvi dann gekauft. Bei ihr ist sie dann ein halbes Jahr auch Rennen gegangen, bevor sie plötzlich lahmte. Zu der Zeit war meine Mama auf der Suche nach einem Araber-Pferd, das sowohl als Therapiepferd als auch für mich geeignet ist. Wir sind zu meiner Tante gefahren und haben uns mehrere Pferde angeschaut. Ich habe mich sofort in Büvi verliebt und wollte sie unbedingt nehmen. Meine Mama war zwar nicht sehr begeistert, da Büvi Rückenprobleme hatte und keinen zufriedenen Eindruck gemacht hat. Zusätzlich ist Büvi auch noch weiss, was meine Mama sehr heikel fand (lacht). Doch am Ende konnte ich meine Mama überzeugen und wir haben sie dann doch genommen.

Als Büvi dann bei uns angekommen ist, haben wir sie erstmal von der Physiotherapeutin behandeln lassen und und auch drei Monate nicht geritten. Sie durfte bei uns ankommen und ich bin mit ihr zu Fuss spazieren gegangen. Ich habe ihr unsere Umgebung gezeigt und mir ihr vom Boden aus kommuniziert. Und es war tatsächlich wie ein Wunder, was niemand erwartet hätte. Nach 3 Monaten war sie wieder völlig gesund und ich durfte anfangen, sie zu reiten. Ich bin dann einfach - wie bei einem jungen Pferd - erstmal ohne Sattel und Zaumzeug auf ihren Rücken gesessen, um sie wieder daran zu gewöhnen, dass ein Mensch auf ihr sitzt. Nach und nach habe ich dann das Zaumzeug und den Sattel aufgelegt und mittlerweile sind wir sogar so weit zusammengewachsen, dass ich mit Büvi nur mit Halfter ins Gelände gehen kann."

Was hat dich gleich an Büvi fasziniert?

Lena: "Büvi war von Anfang an ein sehr offenes Pferd. Sie ist offen auf mich und Menschen allgemein zugegangen und hat ihnen immer direkt vertraut. Dass Büvi Menschen so gern hat, das hat mich gleich fasziniert. Zusätzlich steht sie unglaublich fein an den Hilfen. Das habe ich von meinen früheren Schulpferden nicht gekannt. Diese musste ich immer viel treiben, damit sie vorwärts gegangen sind."

Büvi ist ja auch ein Therapiepferd für Kinder und Erwachsene, die behindert sind oder einen schweren Unfall hatten. Was zeichnet sie in der Arbeit mit den Patienten aus?

Lena: "Büvi erkennt sofort, wie sie sich mit den Patienten verhalten muss. Sie ist sehr motiviert und gibt alles für den Menschen. Sie würde nie jemanden in Gefahr bringen und gibt immer ihr Bestes. Sie weiss genau, wenn ein Patient auf ihr reitet. Dann ist sie ein anderes Pferd, als wenn sie mit mir zusammen ist. Bei den Patienten macht sie einen ausgezeichneten Job und ich habe das Gefühl, dass sie weiss, dass es ihre Aufgabe ist, den Menschen zu helfen. Bei mir ist Büvi dann der Kumpeltyp, mit dem sie Spass haben kann."

Wie habt ihr Büvi auf die Aufgabe als Therapiepferd vorbereitet?

Lena: "Wir haben sie eigentlich gar nicht besonders darauf vorbereite müssen. Ich habe nur mit ihr geübt, dass sie ganz still steht, wenn jemand aufsteigen möchte. Denn viele unserer Patienten sind nicht sehr beweglich in der Hüfte, weshalb ihnen das aufsteigen schwer fällt. Büvi hat sehr schnell verstanden, dass sie keinen Wank machen darf, wenn unsere Patienten auf sie aufsteigen möchten."

Was machen die Patienten mit Büvi und wie kann sie ihnen helfen?

Lena: "Manche Patienten putzen und satteln Büvi. Wenn Patienten Angst haben auf's Pferd zu steigen, gehen sie einfach mit Büvi spazieren. Andere Patienten reiten sogar eine 2 km lange Strecke im Gelände aus (meine Mama führt Büvi natürlich) oder machen Übungen auf ihrem Rücken, wie z. B. Arme kreisen, Oberkörper drehen oder Beine bewegen. Büvi baut dabei eine unglaubliche Verbundenheit zu den Patienten auf. Sie hilft ihnen, beweglich und locker zu werden."

Gab es auch Herausforderungen auf Eurem gemeinsamen Weg?

​Lena: "Einmal war Büvi einen Monat richtig unmotiviert. Ihr hat einfach gar nichts Spass gemacht. Auch nicht, wenn ich ihre Lieblingsstrecke mit ihr geritten bin. Als Problem hat sich dann herausgestellt, dass die Rangordnung in unserem Aktivstall durch den Tod des Herdenchefs neu "ausgehandelt" werden musste. Da hatte Büvi Stress und war mit ihrem Kopf im wahrsten Sinne des Wortes wo anders (lacht). So ist sie auch einen Monat lang nur mit dem Kopf oben rumgelaufen. Nachdem die Rangordnung dann geklärt war, was alles wieder gut." 

Wie motivierst du Büvi?

​Lena: "Wenn es Büvi nicht gut geht, dann reite ich mit ihr ihre Lieblingsstrecke im Gelände. Danach hat sie meistens wieder gute Laune (lacht). Und wenn es ihr eh schon gut geht, dann machen wir auch längere Ausritte ohne Sattel im Gelände. Manchmal lasse ich auch sie entscheiden, wo es hingeht. Das liebt sie sehr und dann ist sie immer richtig freudig und motiviert. ... Und wenn es mir mal nicht gut geht, dann kümmert sich Büvi auch um mich. Sie ist dann ganz für mich da. Sie konzentriert sich dann unglaublich auf mich, auch wenn ich nichts mit ihr mache." 

Was würdest du phili's Followern empfehlen, die auch mit Therapiepferden arbeiten möchten?

​Lena: "Es ist wichtig, immer zuerst auf das Pferd zu hören, bevor man etwas macht. Wenn es dem Pferd nicht wohl ist, dann macht alles andere keinen Sinn. Es ist auch ganz bedeutend, dass ein Therapiepferd Menschen liebt. Es kann egal sein, ob das Pferd manchmal hibbelig ist - wie Büvi bei mir - solange es gelassen ist, wenn es geführt wird und beim Auf- und Absteigen ganz still steht. Das Pferd braucht auf jeden Fall das Vertrauen in den Menschen vom Boden aus."

 

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